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Solana: So kämpft das Krypto-Projekt mit dem FTX-Crash

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Solana war Teil des FTX-Imperiums. Mit dem Crash beginnt eine Bewährungsprobe – mit offenem Ausgang. So erleben drei Teams die Krise.

Sam Bankman-Fried und Solana – lange sind sie das Traumpaar der Kryptobranche. Zwei ambitionierte Newcomer, die gemeinsam den Kryptomarkt im Sturm erobern. Sam Bankman-Fried – kurz SBF – baut FTX mit seinem Hedgefonds Alameida Research in nur drei Jahren zur zweitgrößten Kryptobörse der Welt auf. Solana schießt 2020 in kürzester Zeit in die Top 10 der Blockchains, auch mithilfe seiner Milliarden. Sein Hedgefonds hält fast dreizehn Prozent der Tokens, fördert viele Projekte, FTX listet die Coins auf seiner Börse und arrangiert Deals. “FTX und Alameda waren wie Stützräder für Solana”, erklärt Maximilian Schneider von Mango Markets, einer populären DeFi-Plattform der Blockchain.

Für dieses Dreiergespann gibt es lange nur eine Richtung: nach oben. Dann kommt der Absturz, am 6. November 2022. Gefälschte Bilanzen, Liquiditätsengpässe, Insolvenz – ein möglicher Betrugsskandal. All das wird nach und nach öffentlich. Das 135-Firmen-umspannende-FTX-Imperium stürzt in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Der Crash reißt Solana mit sich. Eine Bewährungsprobe beginnt – mit offenem Ausgang.

Ein harter Schlag für Solana

“Es ist so, als würdest du mitten in einem Computerspiel in den höchsten Schwierigkeitsgrad wechseln”, erklärt Schneider. Er gehört zu einem von drei Solana-Projekten, die mit uns über die Folgen des Crashs für ihre Community sprechen. Nur rund 25 Prozent der Teams sind direkt laut einer Umfrage von Messari direkt betroffen. Doch für einige Projekte fallen Millionen von US-Dollar an Finanzierung fallen weg. Sie bekamen ihr Funding von Alameda bekamen oder hielten Teile ihrer Rücklagen auf FTX. Manche sterben. Oder wandern zu anderen Blockchains ab. “Wir können nicht beschönigen, was passiert ist”, erklärt Mark Hull vom Solana-Lending-Protokoll Hubble. “Wir haben Selbstvertrauen verloren. Kapital ist abgeflossen, aus dem Ökosystem und allen Protokollen.”

Für seine Lending-Plattform beginnen nach dem Crash schwierige Wochen. “Wir mussten direkt in den Aktionsmodus springen.” FTT und einige andere Coins werden auf einen Schlag so gut wie wertlos, genauso die von FTX herausgegebenen Ethereum- und Bitcoin-Derivate auf Solana-Basis. Die Preis-Feeds auf der Plattform stimmen nicht mehr mit der Realität überein. Damit fehlen auch Sicherheiten. Gleichzeitig werden Positionen liquidiert. Eine gefährliche Situation. “Es war chaotisch. Wir mussten das Verleihen für einige Wochen einstellen, um die Sache zu bereinigen.” Doch die Plattform überlebt.

Der Großteil des Ersparten weg

Schlimmer läuft es für Serum, das Solana-Prestige-Projekt von Sam Bankman-Fried, 2020 von ihm persönlich gegründet. Das Team arbeitet in den Bahamas im Bürokomplex von FTX. Ihr Ziel: die schnellste und einsteigerfreundlichste dezentrale Exchange bauen. Zu seinem Allzeithoch erreicht das Projekt eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde US-Dollar.

“Die Leute wurden alle gekündigt”, erzählt Maximilian Schneider, der das Team sehr gut kannte. “Die meisten waren frische Absolventen. Das war ihr erster Job. Die ziehen von überall her auf diese Insel und geben alles, wie beim Marathon. Zwölf Stunden am Tag arbeiten, sogar samstags. Die gingen nicht einmal selbst einkaufen. Es gab ein Google-Doc, wo sie eintrugen, was sie essen wollen.” Es ist genug Geld da, so das vorherrschende Grundgefühl.

Und dann ist alles vorbei, der Großteil ihres Ersparten weg. Denn über 59 Prozent ihres Gehalts kriegen Serum-Mitarbeiter in FTX-Aktien ausgezahlt. Über das Wochenende müssen sie die Bahamas verlassen. “Sie schrieben mir, dass sie nicht einmal wissen, ob man sie rauslässt. Die sind wirklich extrem niedergeschlagen. Manche studieren wieder, andere sind erst einmal zurück zu ihren Familien.”

Hippies und Geldmacher

Der Schock darüber, wie sehr man sich in FTX und Alameda getäuscht hat, sitzt bei einigen Entwicklern von Solana tief. “Ich war ein riesiger Fanboy”, erzählt Mark Hull. “Ich habe allen meinen nicht so erfahrenen Freunden FTX empfohlen.”

Maximilian Schneider war sogar persönlich in den Büros von FTX auf den Bahamas. “Mein Eindruck war: Das sind junge Menschen, die hart arbeiten. Es war von der Atmosphäre wie ein College, FTX waren eher die Hippies und Alameda die Geldmacher. Aber sie wirkten wie gute Freunde. Die hatten WGs zusammen oder haben in denselben Apartments gewohnt.” Einen Inside-Job? Konnte er sich nie vorstellen. “Und selbst wenn da was geklaut wird, war mein Eindruck: Die kriegen das schon hin.”

Dass FTX ein Fall von Betrug war, wie die US-Behörden behaupten, schließt er nicht aus. “Doch noch möchte ich ihnen das nicht hinterherschreien.” Mark Hull sieht das anders: “Bei dem Ausmaß kann man schlecht nur von Inkompetenz reden. Es war Betrug. Ich hoffe, die Opfer werden kompensiert.”

Technische Daten von Solana stimmen positiv

Am Ende des FTX-Desasters steht für viele: Hoffnung– die Krise als reinigendes Gewitter. “Ich glaube, Solana wird danach besser dastehen als vorher”, meint Peter Grosskopf. “Zentrale Abhängigkeiten werden aufgelöst.” Die technischen Daten stimmen positiv. Solana holt im NFT-Space mit gewaltigen Schritten zu Ethereum auf. Die Blockchain läuft schnell und trotz des gewaltigen Stresstests gab es keinen Netzwerkausfall.

“Die Technologie ist gut”, meint Maximilian Schneider. “Aber die Art und Weise, wie wir arbeiten, wird sich sehr verändern.” Ohne das Geld von FTX und Alameda müsse man nachhaltiger denken und Teams sich selbst tragen. In letzter Konsequenz sei das nur positiv: “Die Spreu trennt sich vom Weizen.”

Die Community von Solana blickt nach vorne

Das glaubt auch Mark Hull: “Jetzt stellt sich die Frage: Wer sind die engagierten Entwickler und die glaubwürdigen Teams? Sie werden beweisen müssen: Solana kann gedeihen, auch ohne FTX.” Seine Firma konzentriert sich nun beispielsweise darauf, DeFi für institutionelle Investoren attraktiv zu machen. “Wir wollen wegkommen von dieser Idee, dass diese Protokolle von anonymen Leuten mit Affenbildern geleitet werden.”

Maximilian Schneider hat mit einigen Entwicklern das gescheiterte FTX-Baby Serum wiederbelebt. Nun ist es ein Community-Projekt. Alle arbeiten pro bono daran. “Es ist das gleiche Programm. Die Leute können es wieder nutzen”, erzählt er. In harten Zeiten wächst die Gemeinschaft von Solana zusammen und konzentriert sich auf das Wichtige. Oder in den Worten von Peter Grosskopf: “Jetzt wird halt einfach gebaut.”

   
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